Vertrieb und Digitalisierung Teil 14 „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt!“

Letztens war ich in Hamburg zu einem Abendevent mit dem Vortrag eines Trainerkollegen eingeladen, der Vortragstitel lautete: „Spaß am Verkaufen“ und „Freude am Fahren“. Um es wertig zu machen...


Vertrieb und Digitalisierung Teil 14 „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt!“

Letztens war ich in Hamburg zu einem Abendevent mit dem Vortrag eines Trainerkollegen eingeladen, der Vortragstitel lautete: „Spaß am Verkaufen“ und „Freude am Fahren“. Um es wertig zu machen solche hochklassigen Vorträge zu hören habe ich dann auch noch brav im Vorfeld 99,00€ plus Mehrwertsteuer überwiesen. Dann muss es ja gut sein! - So meine naive Denke!

Schon beim Einlass, nein schon bei der Anmeldung bin ich in die Digitalisierungsfalle getappt. Denn Digitalisierung hält nicht immer nur Gutes für uns bereit, sondern überfordert auch und grenzt sogar aus. Was war passiert? Ich war gar nicht auf der Anmeldeliste, und die beiden Damen am Check-in waren zwar nett, aber auch etwas überfordert. Denn es ging nicht nur mir so, sondern auch 20% der anderen Gäste des Events.

Es ist schon komisch, auf der nach Murphy‘s Law auf die Marmeladenseite fallenden Toastscheibe zu sein. Das andere Gefühl, auf der schlechten Seite von Pareto gefangen zu sein, machte es auch nicht besser. Okay, überspielen wir das ganze mit Witz und Charme - und schon hatte ich ein individuelles Namensschild mit meiner Visitenkarte an meiner Brust heften. Im Zeitalter der Digitalisierung muss man eben gefasst sein das Peronality auf der Strecke bleibt.

Im schönen Autohaus, dem Veranstaltungsort, in dem „Freude am Fahren“ im Vordergrund stand, gingen dann auch bald die Vorträge los. Freu. Ausgiebig habe ich mir mal die Zeit genommen für meine eigene Weiterbildung. Neue Einflüsse bekommen, wie denn die anderen Trainer und Redner ihre Nachricht überbringen wollen. Ich nehme es vorweg, ich habe nur eines gelernt: dass man so keinen Inhalt transportieren kann.

Das war schon eine schwache Vorstellung, man sprach über den Kunden 3.0 und über das hybride Verkaufen. Aber irgendwie nur im Überschriften-Style. Inhalt wurde da nicht transportiert. Obwohl ich mich so darauf gefreut habe. Eine Stunde oberflächliches Geplauder, kein einziges Werkzeug oder neue Technik, welche gerade gut bei Kunden funktioniert, nix.

 Da war mir klar, dass sich meine 99,00€ auch digitalisiert haben...

Der Höhepunkt kam dann noch beim Get-together. Da stand der Top-Redner und Trainer neben mir am Stehtisch und wir kamen ins Plaudern. Nachdem wir (oder besser nur ich) festgestellt hatten, dass wir Kollegen sind habe ich ihm meine Karte gegeben. Und auch nach seiner gefragt. Verblüfft nahm ich seine Antwort entgegen „Karten habe ich keine dabei, aber wenn Sie vorne zur Bühne gehen liegen da noch Postkarten mit meinen Kontaktdaten herum.“ Wow, was für eine Freundlichkeit. Das wurde noch davon getoppt, dass ich jetzt im Nachgang der Veranstaltung mit vehementer Penetranz vom Telesales-Team bombardiert werde, eine Schulung oder sonst was zu besuchen oder Bücher zu kaufen. Irgendwie hatte ich das mit dem „Kollegen“ immer anders verstanden. Aber Kommunikation ist das, was ankommt.            

Deshalb: bevor Sie oder Ihr Hund in der Pfanne verrückt wird, passen Sie auf, dass die Digitalisierung sie nicht auf die dunkle Seite zieht!

Wie wollen Sie als Kunde adressiert werden, wenn es um Ihre Weiterbildung geht?

Ich wünsche Ihnen eine starke Veränderungs- und Entwicklungsfähigkeit – für Ihren Erfolg!

Ihr

Hans Rhien

Gern stehe ich Ihnen für den direkten Dialog unter www.hans-rhien.de, hans@hans-rhien.de oder 0173/6873749 zur Verfügung.